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Malteser Klinik von Weckbecker

Fibromyalgie

Erfahrungsbericht einer Fibromyalgie-Patientin (65 Jahre) 3.12.2006
Fasten wegen/gegen die Schmerzen des Weihteilrheumatismus (Fibromyalgie)


Insgesamt 15 Jahre bis zur Festellung der Fibromyalgie im Jahr 1998 ging ich als "eingebildete Kranke" aus Facharztpraxen, als da waren: Orthopäde,  Allgemeinmediziner, Internist. Wegen einer Medikamenten-Analgetika-Intoleranz (nach 3maligem anaphylaktischem Schock) blieb mir, nach Erlaubnis durch die Deutsche Klink für Diagnostik (die auch kein Krankheitsbild herausfand), nur noch Morphium zur Schmerzbehandlung. Wirbelsäulen-Beschwerden hatte ich seit meinem 20 Lebensjahr. Meine Eltern hatten mir, ich wage es kaum zu schreiben, als ich mit 9 Jahren ins Gymnasium kam, die Teilnahme in meinem Sportverein untersagt. Das sollte sich rächen, denn heutzutage habe ich eine Skoliose.

Fibromyalgie manifestiert sich durch chronische, generalisierte Schmerzen im Bereich der Muskulatur, des Bindegewebes und der Knochenhaut. Die Diagnose erfolgt, indem von 18 sogenannten Tenderpoints 13 ununterbrochen während dreier Wochen schmerzen. Der Rheumatologe oder ausgewiesene Schmerzarzt (andere Ärzte sind, mangels Fachausbildung nicht zur Feststellung in der Lage) drückt also mit grossem Druck diese Tenderpoints ab.

Bei fast nur Frauen entwickelt sich dieser Weichteilrheumatismus der mit Schwellungen der Hände, Müdigkeit, massiven Schlafstörungen, unbeschreiblichen Schmerz-Schüben, Fibro-Nebentagen (der Patient sieht alles durch eine Nebelbrille, als sei er nicht da) usw. einhergeht.

Bei vielen Frauen, so auch bei mir, ist eine Überforderung schon in der Kindheit der Grundstein zu dieser Erkrankung. Bei mir ist dies so, und ein lebensgefährlicher Unfall mit ausgehenkten Kiefergelenk 1969 (und als Bhandlung das Abschleifen von 20 Zähnen und der Wiederaufbau mit neuen/anderen Kauflächen, um den Biss des Gebisses zu ändern) reihte sich, wie auch eine schlechte Ehe mit Lieblosigkeit, Stillschweigen und Ignoranz meiner Person und meiner Kinder, nacheinander zu einer Kette auf. Mobbing im Beruf, Angst, als Alleinerziehende (meine Kinder waren 4 und 7 Jahre alt bei der Trennung), den Alltag mit Berufstätigkeit, allen anderen Pflichten, einem durch meine Ehe verhaltensgestörten Sohn, die fast 3jährige Suche nach einer Ganztagsarbeit (trotz hoher Qualifikation als Fremdsprachen-Sekretärin) "bauten" die Fibromyalgie weiter auf. Angst, Lebensangst, Verspannung, Schmerzen. Das ist die Reihenfolge. Es ist ganz typisch für uns Frauen,  die wir meist die Zähne aufeinander beißen müssen, dass viele Operationen auf dem Weg zur "Erkennung" stattfinden. Bei mir sind dies z.b. 2 Bandscheibenoperationen, 1 Knochenhautentzündungs-Operationen, 2 Sehnenscheidenentzündungs-Operationen, Gebärmutter-Entfernung, Zustand nach Brustreduktions-Plastik etc. Immer dabei war die Angst nicht nur wo bringe ich meine Kinder unter, sondern auch: wie werden sie dies aushalten? Und verarbeiten?. Die depressiven Komponenten bei dieser Erkrankung sollen nicht vergessen werden. Sie sind massiv!

Vor 15 Jahren war ich zum ersten Mal in der "Klinik Dr. von Weckbecker" wegen schmerzhafter Arthrose, chron. Erschöpfung, immer wiederkehrender Nasennebenhöhlen-Entzündungen unter Eiter und massiven Wechseljahresbeschwerden. Dieser Aufenthalt kam auf Hinweis meiner neuen Hausärztin zustande. Da mein Aufenthalt von 4 auf 6 Wochen wegen des Krankheitsbildes verlängert wurde, konnte ich 31 Tage fasten. Eine wundervolle Erfahrung: ich war 3 Jahre gänzlich ohne Antibiotika und "baute" seit dieser Zeit in meinen Alltag als Ganztagsberufstätige jährlich das zweiwöchige Fasten ein. In einem Kurs erlernte ich das Fasten mit der Mayr-Kur.

Noch  nicht wissend, dass Fasten einspeziell bei Fibromyalgie hilft, stellte ich mit grosser Freude fest, dass ich während meines regelmässigen Fasten zu Hause nach dem vierten Tag gänzlich schmerzfrei war. Ich konnte dann z.B. meine Küche ausräumen, auswaschen und die Lebensmittel sortieren.

Nur ein chron. Schmerzpatient, der ich auch durch ein schmerzhaftes Lumbalsyndrom, bin kann ermessen, was es bedeutet, schmerzfrei zu sein. So reifte in mir der Gedanke: ich möchte in die Klinik von Weckbecker, nicht nur um eventuell, versuche es, sagte ich mir, von meinem Schmerzmitteln und dem Morphium wegzukommen, sondern auch um meine massive Erschöpfung, die mit dieser Krankheit einhergeht, zu reduzieren. Sehr lästig ist auch das massive Schwitzen, der sich regelmässig nach dem Winter bei mir einstellte: das geht so weit, dass ich mich 4 - 5 x / Tag gänzlich umziehen muss, keine Termin ausser Haus wahrnehmen kann, zum Friseur (wegen des Schneidens meiner Haare) nahm ich einen ganzen "outfit" mit, weil ich mich nach Ankunft dort schon wieder gänzlich umziehen musste.

So reichte ich im März 2006 eine stationäre Rehabilitationsmassnahme in der "Malteser Klink von Weckbecker", die ich zu meiner grossen Freude im Internet fand, ein. Die Reha wurde von medizinischen Dienst "natürlich" abgelehnt, mit der Auflage, zuerst
- Entspannungstechniken (ich kann vier) zu lernen
- Einen Schmerzarzt zu suchen (ich habe seit 6 Jahren einen hochqualifizierten Schmerzarzt)
- Krankengymnastik wegen Fibromyalgie zu erlernen (das nahm ich dann in die Hand, wohlwissend, dass dies gar nicht hilft!)
- Gymnastik im Wasser mitzumachen (ich habe eine Chlorallergie!)

So bereitete ich sorgfältig meinen Widerspruch mit einem Gutachten meines Schmerzarztes vor, ich kopierte meinen (jeden erschreckenden) Allergiepass), kopierte 2 Seiten aus einem fünfseitigen Bericht im "Naturarzt über Fibromyalgie (das Heft habe ich seit 10 Jahren abonniert), in welchem der naturheilkundige Arzt das Heilfasten gegen die Schmerzen propagiert und verfasste einen persönlichen Brief an die Herren und Frau Doktores des medizinischen Dienstes, in welchem ich meine Ortswahl begründete und auf das länger notwendige Fasten unter Arztaufsicht hinwies, welches ich als notwendig erachtete.

Siehe da, es geht doch: nach 4 Wochen erhielt ich die Zuteilung für eine vierwöchige Reha. Ich schreibe dies hier so ausführlich, um den Leser, die Leserin zu ermuntern, sich nicht alles gefallen zu lassen und "massive" Widersprüche einzulegen bei Ablehnung.

So, jetzt bin ich endlich im September (5 Monate hinausgeschoben wegen der dann nicht mehr anfallenden Schwitzerei) in "meiner" Klink in Bad Brückenau angekommen. Ich bestaunte das neue Therapiezentrum und richtete mich häuslich ein

Sofort fühlte ich mich dort wieder zu hause: es ist nicht zu beschreiben, mit welcher Liebenswürdigkeit, Geduld und Ausdauer jede/r der Mitarbeiter/innen sich um ich kümmerte. Sofort fühlte ich mich geborgen. Nach dem 3. Fastentag war ich (wieder) schmerzfrei. Zu den täglichen Anwendungen - die Maltester Klinik von Weckbecker ist ausgewiesenes Kneipp-Sanatorium - kamen regelmässige Lymphdrainagen, denn, wie lästig, Fibromyalgie speichert auch enorme Mengen Wasser im Körper, da die Lymphe bzw. deren Abfluss gestört ist. Ich kamm mit einem Posaunen-Engelgesicht, Dallen in den Oberarmen, Knöcheln an, die nicht mehr zu sehen waren, wegen der Wassereinlagerungen. Ausserdem hatte ich einen "spitzen" Bauch voller Wasser. Meine vielen schmerzenden bwz. stechenden Narben am Körper liess ich zusätzlich durch die Akupunktmassage nach Penzel entstören. Diese Behandlung stammt aus der TCM (traditionellen chinesischen Therapie). Ich war zweimal die Woche in der Sauna, schwitze enorm in der Infrarot-Kabine, erlernte  Qi Gong, war alle 2 Tage im Fitnessraum und stählte meine Muskeln, machte Übungen im Wasser (keine Chlorallergie!) uv.m. Wie sie sehen, sind die Patienten gut beschäftigt, denn auch samstags finden Anwendungen statt.

Je länger ich fastete - insgesamt 28 Tage - da ich wegen meines "Medikamentenentzugs" noch eine 5. Woche geschenkt bekam, desto wohler fühlte ich mich, frischer, aktiver. Ein Mensch, der noch niemals gefastet hat, kann sich nicht vorstellen, wie körperlich und seelisch fit ich war/bin, übrigens bis zum heutigen Tag (das ist der 4. November 2006). Die Klinik ist die einzige Fastenklink in Deutschland, in welcher täglich ein Darmbad offeriert wird, bei welchem die abgebauten "Stoffe" durch den Darm entfernt werden. Täglich fuhr ich 3 - 5 Kilometer auf dem Ergometer und habe gerade einen für mich privat bestellt, denn diese tägliche Bewegung möchte ich nicht missen.

Seit meiner Rückkehr bin ich nach wie vor schmerzfrei, leistungsfähig und nicht mehr "angesägt". Kein Mittagsschlaf wird mehr benötigt.

Ich möchte auf diesem Wege dem gesamten Personal der Klinik für die mir gegenüber geleistete Unterstützung in jeglicher Beziehung danken. Mein Leben, bislang ohne Schmerzschub, brachte mich soweit, dass ich meine am 27.11. geborene Enkeltochter in den Armen halten konnte und sie herumtragen kann. Das hätte ich mir im Sommer nicht träumen lassen. Ich hatte Angst, dass ich sie würde fallen lassen.....

Der Mensch kann eine grosse Kraft aus sich frei setzen, wenn er sich zum Fasten entschliesst. Als Anfänger sollte dies immer in Begleitung eines naturheitkundlichen Arztes statt finden
Leider bin ich in der Rheuma-Liga in Mainz die einzige Fastende wegen Fibromyalgie, das bedaure ich, doch "des Menschen Wunsch ist sein Himmelreich", und die Fibromyalgiekranken in unserer Gemeinschaft in Mainz werden niemals erfahren können, welches Wunder der Schmerzfreiheit das Heilfasten bringt und wie es ist schmerzfrei zu sein!

 

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