Prävention & Behandlung

Gicht

Gicht

Dr. med. Yvonne HöferVon Dr. med. Yvonne Höfer
Chefärztin, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Fastenmedizin, Psychotherapie

Aktualisiert am 08.09.2026
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Heilfasten bei Gicht

Erfahren Sie alles über das Thema Gicht, die verschiedenen Typen und häufigsten Symtome und wie Heilfasten eine geeignete Therapieform darstellen kann. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Gicht wird durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken, Nieren und anderen Geweben verursacht, die zu Entzündungen und akute Schmerzen führen.

  • Heilfasten fördert die Ausscheidung von Toxinen und Ablagerungen, einschließlich überschüssiger Harnsäure, und kann so Gichtsymptome lindern. Die antientzündliche Wirkung reduziert Schmerzen in den Gelenken.

  • Bei Gicht sollte Fasten zwingend unter ärztlicher Aufsicht und engmaschiger Kontroller stattfinden, da der Harnsäurespiegel in den ersten Tagen des Fastens ansteigen kann.

Was ist Gicht und welche Haupptypen gibt es?

Gicht ist eine Form der Arthritis, die durch eine Anhäufung von Harnsäure im Blut verursacht wird, die als Hyperurikämie bekannt ist. Wenn der Körper Harnsäure produziert oder nicht ausreichend ausscheidet, können sich Harnsäurekristalle in den Gelenken, Nieren und anderen Geweben ablagern. Diese Kristalle verursachen Entzündungen und akute Schmerzen in den Gelenken, insbesondere in den Füßen, Knöcheln, Knien, Handgelenken und Ellbogen.

Es gibt zwei Haupttypen von Gicht:

  • Primäre Gicht: Diese Form der Gicht entsteht, wenn der Körper aufgrund von genetischen Faktoren oder anderen unbekannten Gründen Schwierigkeiten hat, Harnsäure richtig zu verarbeiten und auszuscheiden.
     
  • Sekundäre Gicht: Diese Form der Gicht ist häufiger mit anderen Erkrankungen oder Medikamenten verbunden, die zu einem Anstieg der Harnsäure führen können, wie z. B. Niereninsuffizienz, bestimmte Krebsarten, Bluthochdruckmedikamente oder Diuretika.

Die häufigsten Symptome einer Gicht

Die Symptome einer Gichtattacke können plötzlich auftreten und umfassen häufig:

  • Akute Gelenkschmerzen: Plötzlich auftretende, intensive Schmerzen in den Gelenken, besonders häufig in den großen Zehen, Fußgelenken, Knien oder Knöcheln. Die Schmerzen können so stark sein, dass selbst leichte Berührungen unerträglich sind.
     
  • Gelenkschwellung und Rötung: Die betroffenen Gelenke schwellen an, werden gerötet und fühlen sich überwärmt an. Diese Entzündungsreaktion ist eine Folge der Ablagerung von Harnsäurekristallen im Gelenk.
     
  • Gelenksteifheit: Gichtanfälle gehen oft mit Gelenksteifheit einher, insbesondere nach Ruhephasen oder in den frühen Morgenstunden. Die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks ist eingeschränkt.
     
  • Nierensteine (in fortgeschrittenen Fällen): Bei länger anhaltender und unbehandelter Gicht können sich Harnsäurekristalle auch in den Nieren ablagern und Nierensteine bilden. Dies kann zu zusätzlichen Symptomen wie starken Rückenschmerzen, Blut im Urin und vermehrtem Wasserlassen führen. 


Diese Symptome treten bei einem Gichtanfall plötzlich auf und können eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität verursachen. Eine Behandlung ist daher vielschichtig und abhängig von der jeweiligen individuellen Indikation durch einen Arzt. Begleitend können jedoch auch Lebensstiländerungen von der Umstellung der Ernährung bis hin zu Therapien aus der Naturheilkunde eine Linderung der Beschwerden herbeiführen.

Wie wirkt medizinisches Heilfasten bei Gicht?

Heilfasten ist eine Methode, bei der für einen begrenzten Zeitraum keine feste Nahrung oder nur sehr geringe Mengen aufgenommen werden. Die Prozesse, die dadurch im Körper aktiviert werden, haben positive Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Das Fasten wird deshalb auch als unterstützende Maßnahme bei der Behandlung von Gicht betrachtet. Einige Vorteile des Heilfastens bei Gicht sind:

Entgiftung und Reduzierung von Harnsäure: Beim Heilfasten wird der Körper angeregt, Toxine und Ablagerungen zu beseitigen, einschließlich überschüssiger Harnsäure. Nach anfänglichem Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut zum Fastenbeginn, sinkt dieser im Verlauf des Fastens ab und die Wahrscheinlichkeit von Gichtanfällen sinkt.

Gewichtsreduktion: Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor für Gicht. Heilfasten kann zu einer effektiven Gewichtsabnahme führen und damit den Druck auf die Gelenke verringern.

Entzündungshemmende Wirkung: Durch das Fasten werden entzündliche Prozesse im Körper reduziert, was wiederum die Schmerzen und Entzündungen während einer Gichtattacke lindern kann.

Verbesserung der Insulinsensitivität: Heilfasten verbessert die Insulinsensitivität und stabilisiert den Blutzuckerspiegel, was für Menschen mit Gicht, die häufig auch unter Stoffwechselstörungen leiden, von Vorteil ist.

Für wen ist Heilfasten bei Gicht nicht geeignet?

Heilfasten bei chronischen Erkrankungen erfordert stets eine sorgfältige ärztliche Indikationsstellung. Da der Harnsäurespiegel in den ersten Tagen des Fastens durch die Ketonkörperausscheidung physiologisch ansteigen kann, bedarf das Fasten besonders bei Gichtpatienten einer gezielten ärztlichen Vorbereitung, ausreichender Alkalisierung und engmaschiger Überwachung, um Erstanfälle zu vermeiden.

Nicht fasten sollten Personen mit:

  • Ausgeprägter Kachexie, Untergewicht oder schwerer Mangelernährung
  • Akuten, instabilen Schüben mit hohem Fieber oder unklaren floriden Infekten
  • Fortgeschrittener Nieren- oder Leberinsuffizienz
  • Akuten Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulzera)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Schweren konsumierenden Erkrankungen oder unbehandelten Essstörungen


Ärztliche Vorab-Prüfung:

Ob für Sie ein klassisches Buchinger-Fasten, modifiziertes Fasten oder eine spezifische anti-entzündliche Ernährungstherapie infrage kommt, klären wir individuell im persönlichen Vorgespräch.
 

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Warum ist bei Gicht Heilfasten nach dem Weckbecker-Konzept sinnvoll?

Gicht ist eine schmerzhafte Erkrankung, die eine sorgfältige Behandlung erfordert. Neben der konventionellen Therapie können alternative Ansätze wie Heilfasten unterstützend wirken, um Gichtsymptome zu lindern und Gichtanfällen vorzubeugen.  

Jedoch sollte das Fasten bei Gicht nur nach vorheriger Absprache mit einem Arzt durchgeführt werden und durchgängig medizinisch betreut werden, um Erstanfälle zu vermeiden. In Dr. von Weckbecker Klinik finden Gicht-Patienten höchste Sicherheit durch die medizinische 24-Stunden-Betreuung und individuell angepasster Begleitanwendungen:
 

  • Personalisiertes Fasten: Individuell dosierte Fastenformen unter kontinuierlicher ärztlicher Visite und Laborkontrolle.
  • Spezifische Physiotherapie & Osteopathie: Sanfte Mobilisation, manuelle Gelenkentlastung und funktionelle Bewegungstherapie im schmerzreduzierten Fastenintervall.
  • Naturheilkundliche Verfahren: Feucht-warme Leberwickel, ableitende Verfahren und Hydrotherapie nach Kneipp zur Unterstützung der Entgiftungsorgane und zur vegetativen Entlastung.
  • Strukturierte Ernährungstherapie: Begleiteter Kostaufbau und Schulung für eine langfristig antientzündliche Ernährung im häuslichen Alltag.
  • Psychotherapie, Achtsamkeit & Stressregulation: Begleitung zur Schmerzbewältigung, Reizabschirmung und zur Dämpfung der sympathischen Stressachse.

Gut vorbereitet in die Fastenkur

Als ganzheitliche Begleittherapie kann Heilfasten die Entzündungsaktivität nachhaltig beruhigen, Schmerzen lindern und die Lebensqualität spürbar verbessern.

Wir beraten Sie gerne zu Ihrer persönlichen Fastenkur.

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Häufig gestellte Fragen zu Heilfasten bei Gicht

Wie lange hält die Schmerzlinderung nach dem Fasten an?

Fasten wirkt wie ein biologischer Katalysator: Die Entzündungshemmung tritt oft schon nach wenigen Tagen ein. Wie lange dieser Zustand anhält, hängt entscheidend von der Zeit nach dem Fasten ab. Nutzen Patienten den begleiteten Kostaufbau für eine dauerhafte Ernährungsumstellung (überwiegend pflanzenbasiert, reich an Omega-3-Fettsäuren), berichten viele über schmerzarme Phasen, die viele Monate bis hin zu Jahren anhalten.

Warum sollte man bei Gicht nicht zu Hause alleine fasten?

Da der Harnsäurespiegel in den ersten Tagen des Fastens durch die Ketonkörperausscheidung physiologisch ansteigen kann, bedarf das Fasten besonders bei Gichtpatienten einer gezielten ärztlichen Vorbereitung, ausreichender Alkalisierung und engmaschiger medizinischer Überwachung während des Heilfastens, um Erstanfälle zu vermeiden und den maximalen Therapieerfolg zu sichern.

Dieser Artikel wurde am 8. September 2026 von Dr. med. Yvonne Höfer medizinisch geprüft. Nächste turnusmäßige Überprüfung: Februar 2027.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei bestehenden Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme besprechen Sie eine Fastenkur bitte vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Dr. med. Yvonne Höfer

Dr. med. Yvonne Höfer

Chefärztin, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Fastenmedizin, Psychotherapie

Bereits früh in ihrer medizinischen Laufbahn erkannte Dr. Yvonne Höfer ihre Leidenschaft für ganzheitliche Gesundheitsansätze und die entscheidende Rolle der Ernährung bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen. Als Vertreterin der integrativ ausgerichteten Medizin sieht Dr. Höfer das Ziel vor allem darin, Krankheiten ursächlich zu behandeln.

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